 |
|
Erika Poech: Kunst ist ihr Leben
Oberbrunnham (ll.) Im Kulturhaus Holzapfel in Oberbrunnham gibt
es derzeit ein Wiedersehen mit der gebürtigen Salzburgerin
Erika Poech, die vor rund 45 Jahren in Trostberg ansässig wurde.
Hier hat sie in „Sachen Kunst“ wahrlich Pionierarbeit
geleistet. Nicht nur, dass sie als Malerin auf sich aufmerksam machte,
nicht minder maßgeblich wirkte sie als Galeristin und Vermittlerin
qualitätvollen Gegenwartsschaffens. Peu à peu führte
sie einen ständig wachsenden Kundenkreis an die moderne Kunst
heran und schärfte den Blick dafür in großartigen
Ausstellungen. Fast geriet dabei ihr eigenes Schaffen etwas in den
Hintergrund und nur sporadisch gab sie über sich selbst und
ihr künstlerisches Wirken Auskunft.
„Der rote Topf“ nennt Erika Poech dieses Aquarell.
Foto: llJetzt, zu einem runden Geburtstag, hat sie erfreulicherweise
noch genügend Ansporn gefunden, rückblickend aufzuzeigen,
was sie in mehr als 40 Jahren auf Leinwand und Papier gebannt hat
und was in der Summe eines der Kunst gewidmeten Lebens vom Herzen
in die malende Hand geflossen ist. Mit der Bildwelt einhergegangen
ist dabei immer ein inneres Erleben, das textlich auszudrücken
ihr gleichzeitig zum Anliegen wurde. So entstand eine fruchtbare
Symbiose von Malerei und Lyrik wie sie derzeit im Kulturhaus Holzapfel
ins rechte Licht gerückt wird.
Bei der Vernissage stellte Erika Poech vor einer großen Zahl
von Kunstfreunden ihr Buch vor, das in Wort und Bild Auskunft über
ihre künstlerischen Ambitionen gibt und das auch Bestandteil
der Oberbrunnhamer Ausstellung ist. In einer sehr persönlich
gehaltenen Lesung wurde deutlich, wie sich Text und bildnerisches
Schaffen sinnvoll ergänzen, wie Nachdenkliches in die Malerei
fließt und so beides immer Niederschrift eines eigenen Erlebnisses
ist. Die höchst wirkungsvoll platzierten Arbeiten bestätigen,
dass die Künstlerin in allen wesentlichen Techniken sicher
zu Hause ist, dass aber wohl das Aquarell ihrem Wesen am meisten
entspricht. Hier gelingen zauberhafte, duftig-leichte Ergebnisse.
Vor allem bei den Blumenbildern spürt man, wie über den
optischen Reiz hinaus etwas von der Naturverbundenheit der Künstlerin
zum Ausdruck gebracht wird. Und selbst der welkende Strauß
leuchtet noch in voller Beseeltheit.
Licht ist überhaupt eine wesentliche Kraft in Erika Poechs
Bildern. Auch bei den Pigmenten und ganz besonders bei den Farbradierungen
ist es, trotz der unterschiedlichsten Motive, immer das tragende
Moment. Die Palette der Künstlerin ist bei allen, manchmal
auch „dunkleren“ Inhalten immer positiv. Aufmunternd
niedergeschrieben, „was der Seele gut tut“. Das gilt
für die Landschaften, Stillleben und Reiseerinnerungen gleichermaßen.
Alle ihre Bilder sind sie selbst, erfüllt von ihrer innersten
Überzeugung: „Kunst ist Leben“.
Die Ausstellung wird bis zum 4. Juli gezeigt und ist Donnerstag
und Freitag von 17 bis 20 Uhr sowie Samstag und Sonntag von 16 bis
20 Uhr geöffnet Das „SinnbilderSinngedichteSinn“
überschriebene Buch ist – als Vorzugsausgabe mit einer
Grafik oder einem Aquarell – während der Ausstellungstage
im Kulturhaus Holzapfel zu erwerben.
|